Eventbericht: Tilff – Bastogne – Tilff 2012

Am 27.05.2012 fand das belgische Radsportevent Tilff – Bastogne – Tilff statt. Ausgeschrieben waren vom Veranstalter 3 Streckenlängen. 83, 143 und 242 Kilometer. Anfang des Jahres entschloss ich mich an dem Event teilzunehmen.
Am Samstagabend wurde die Ausrüstung vorbereitet, alles zurechtgelegt und versucht zeitig ins Bett zu kommen. Nach einer unruhigen Nacht klingelte am Sonntagmorgen um 04:40 Uhr der Wecker. Gefühlt hatte ich vor lauter Aufregung die Äuglein höchstens 2 Stunden zugemacht aber ich kam gut aus den Federn.
Das Haferflockenmüsli rutschte gut runter und um 05:40 ging mein Zug nach Köln. Am Bahnhof Düsseldorf und im Zug war wiedermal die berauschte Nachpartyhölle los. Aber die Deutsche Bahn war pünktlich und ich ebenfalls 06:01 Uhr in Köln-Mülheim wo ich bereits von Frank, einem mitfahrenden Arbeitskollegen, erwartet wurde. Jetzt gings Vollgas Richtung Lüttich. Kurz vor Aachen trafen wir uns noch fix mit dem nächsten Mitfahrer Georg und trafen kurz vor 07:30 Uhr in Tilff ein. Auf der Autobahn bildete sich bereits ein durch das Radsportevent verursachter Stau. Das kann ja heiter werden mit der Parkplatzsuche. Nach ein paar Runden um das Gelände hatten wir endlich einen Parkplatz. Radsportler so weit das Auge reicht. An der Anmeldung war das gleiche Bild aber es ging gestittet zu und ich hatte 5 Minuten später meine fünfstellige Startnummer.

Auch Frank und Georg hatten schnell ihr Anmeldung abgewickelt und so konnten wir endlich auf die Strecke.
Bei herrlichsten sonnigen Wetter ging es erstmal 150 Höhenmeter bergab zum offiziellen Start. Startkarte gelocht und gemütlich in einer Gruppe die ersten zehn Kilometer abgespult, die herrliche Landschaft genossen und ein bisschen gequasselt. Aber irgendwie war mir nicht ganz wohl. Bei der kleinsten Steigung oder Tempoverschärfung knallte der Puls in die Höhe. Auf den kommenden zehn Kilometern und ersten Höhenmetern liess ich dann abreisen um meinen eigenen Ryhtmus zu finden. Zur Sicherheit habe ich mir gleich mal ein Gel reingesaugt. Und Tatsache es half und ich fühlte mich besser. Kurz vor dem ersten ausgezeichneten Berg quatschte ich mit Georg und witzelten wie leicht die Strecke doch wär. Und so fuhren wir um eine 90 Grad Kurve und uns entrang gleich zeitig ein „Ohhh“. Der Côte de Chambralles lag wie eine Wand vor uns. Am Beginn eines jeden ausgezeichneten Berges hatten die Belgier Tafeln aufgestellt wo die wichtigsten Informationen den Radler das fürchten lernen oder ansporen sollten. 147 Höhenmeter mit einer Durchschnittssteigung von 9,5% und Spitzensteigungen von 20% lagen vor uns. Also auf das kleine Kettenblatt und langsam rein in den Berg und kurbeln. Leider fuhren den ganzen Tag die Belgier in meinen Augen nicht sehr diszplinert. So wurde man am Berg immer wieder aus dem Rythmus gebracht weil ein extrem langsamer Fahrer mitten auf dem schmalen Weg war… egal es ging weiter und ich kämpfte mich die Steigung hinauf. Oben angekommen wartete bereits Frank dem es im flachen nicht schnell genung ging und schonmal nach vorn gefahren war. Weiter ging es 15 Kilometer zur ersten Kontrolle. Die Kontrolle war geordnetes Chaos aber super organisiert. Die Auswahl der Verpflegung fand ich gut und aussreichend. Einzig die Bananen schmeckten bereits etwas vergoren. Nach 5 Minuten und Kontrollkarte stempeln ging es weiter. Jetzt standen die ersten 3 der 6 markanten Anstiege vor uns. L’Ancienne Barrière, Côte de Saint-Jacques und Côte de Wanne. Immer schön gemütlich hochklettern und auf der Abfahrt ein schönes Hinterrad finden. Am Anstieg vor der nächsten Kontrolle spürte ich sogar nochmal richtig Kraft so das ich einen Gang hochschalten und das Tempo anziehen konnte. Meine Mitstreiter Frank und Georg waren auch super in Form und es machte allen Spaß zu fahren. Auf den Abfahrten war Georg meist etwas vorsichtiger so das wir in den Flachstücken die Beine hochnahmen. Bei Kilometer 80 und 87 standen noch die Gipfel Côte d’Amermont und Col du Rosier auf dem Programm. Diese wurden durch unser Dreiergepann aber ohne Problem bewältigt. Die nächsten 30 Kilometer ging es Talabwärts zur Verpflegung nach Remouchamps. Auf der Abfahrt sprengte sich unsere Dreiergruppe und jeder fuhr für sich ins Tal. Ich hatte eine komische Gruppe erwischt die irgendwie einen merkwürdigen Fahrstil hatte. Ich war froh als eine Gruppe vorbeirauschte aus der mir Georg zurief: „Häng dich rein, die ist super“. Gesagt, getan. An der Kontrolle machte sich langsam die Hitze bemerkbar und wir suchten uns ein schattiges Plätzchen und verweilten etwas längen. Jetzt kommen nur noch 3 Anstiege, rechneten wir uns die Lage schön, vor denen man keine Angst haben müsse. Also ging es wieder los und da war er. Der Berg der als Scharfrichter des Frühjahrsklassikers und einem der Monumente des Radsports Lüttich-Bastogne-Lüttich bekannt ist. Die Côte de la Redoute mit ihren 162 Höhenmetern und Steigungsspitzen von 20%. Die Fahrer fahren nach der Kontrolle gemütlich aus dem Ort und es folgen gemässigte Steigungen entlang der Autobahn. Dann knickt die Strasse links weg und es wird steiler und steiler. Nach den bereits gefahrenen Anstiegen wird das echt brutal. Jetzt fährt jeder nur für sich. Einige Zuschauer haben sich am steilsten Stück versammelt um das Fahrerfeld anzufeuern. Ich kämpfe mich mit 6 km/h die Steigung hoch und denke „Bloss nicht absteigen“. Dann ist es geschafft und ich merke das meine Waden verkrampfen. Na prima aber da musst du jetzt durch. Noch zwei echte Berge und ca. 30 Kilometer rechne ich mir aus. Bergab versuche ich meine Beine wieder in Form zu bringen was auch einigermassen klappt. Den vorletzten Berg fahre ich mit Georg gemütlich hoch während Frank etwas schneller vor uns fährt. Auf der letzten Abfahrt bin ich dann wieder allein da Georg an einer Ampel warten musste und Frank zuweit vorn fuhr. Mit Affenzahn und Kette rechts prügel ich die Abfahrt runter. Ich weiß das ich dabei ein paar Körner verbrate aber Spaß muss sein. So fahre ich als es flach wird auf eine Gruppe auf die mit 28 km/h genau mein Tempo fährt. Ich hänge mich rein und Ruhe mich bis zum offiziellen Ziel aus. Im Ziel werden noch schnell ein paar Fotos gemacht und ein wenig geplaudert. Aber jetzt müssen mir uns noch einen letzten Berg hochkämpfen. Zur Anmeldung und Parktplatz sind es nochmal 150 Höhenmeter. Jeder in seinem Tempo und ich versuche keinen Krampf zu bekommen. Aber auch der letzte Berg ist bald bezwungen und wir können das Event TBT 2012 als erledigt ansehen.
Im Zielbereich haben wir uns noch ein paar Minuten aklimatisiert und ein Bierchen zu uns genommen.

Jetzt ging es auf den Heimweg und ich war 19:30 Uhr endlich wieder in Düsseldorf. Erschöpft und zufrieden.
Dank an Frank und Georg für den genialen Tag.

T-B-T @garmin
Best-of Gallery von Sportograf

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3 Antworten zu Eventbericht: Tilff – Bastogne – Tilff 2012

  1. Frank schreibt:

    Volle Zustimmung! Und ein ebensolcher Dank zurück! Ein echt genialer Tag. Wird lange in Erinnerung bleiben, ganz bestimmt ein Highlight der Saison 2012…. und motiviert für weitere Events.
    Auf Bild 25 der Best-of-Gallery vom Sportograf kann man sehen, was passiert wenn der Schuh kaputt ist 😉 Zum Glück hatte Georg ja seinen genialen Einfall mit seiner Schuh-Bindung (patentieren lassen !! ;-)… und so ist ihm das Schicksal des armen „schwarzen“ Belgiers an der La Redoute zum Glück erspart geblieben 😉
    Und nicht zu vergessen: grossen Dank an den Ideengeber für diese Tour, Bussi (der ja leider nicht am Start war) oder Gregor?

  2. Bussi schreibt:

    Sauber Jungs. Tolle Leistung……. Habe euch ja nicht zuviel versprochen, oder ???? Da Frank ja nach mehr lächzt, wie wäre es im nächsten Frühjahr mit Fleche Wallone ????? Bis dahin läuft es bei mir auch wieder rund….. Wie wär´s ??????
    Schon mal zu einlesen….. http://www.cyclo-spa.be/
    Es freut mich wirklich, dass ihr soviel Spaß hattet…….

  3. Frank schreibt:

    …und wer gar nicht warten kann oder will ;-): am 18.08. auf gleichem Terrain „Géants des Ardennes“, auf 143 km haben die eine Strecke mit mehr „Cotes“ als bei TBT zusammengebastelt. Fehlt halt nur der berühmte Name wie beim „Fleche“….

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